Beschreibung
Bei der Gestaltung und Ausstattung des Straßenraums gibt es viele unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen, um eine nachhaltige, sichere und effiziente Nutzung des öffentlichen Raums zu gewährleisten. Der Straßenraum in Bayreuth ist größtenteils funktional und an vielen Stellen im Stadtgebiet auf den Kfz-Verkehr ausgerichtet. Im Idealfall beträgt die Aufteilung der Straßenquerschnitte 30:40:30 (Seitenraum: Fahrbahn: Seitenraum).
In der Realität zeigen sich jedoch deutliche Abweichungen: So weisen einige Straßen eine Verteilung von rund 15:70:15 auf, wodurch sich Fuß- und Radverkehr häufig einen schmalen Seitenraum teilen müssen. Ein gut gestalteter Straßenraum ist besonders als Schnittstelle zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln entscheidend. Um die Intermodalität zu fördern, muss der Straßenraum entsprechend gestaltet sein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Straßenraumgestaltung ist das Material und die Oberflächengestaltung. Auch die Barrierefreiheit, die Gestaltung von Gehwegen und Querungen sowie die Vermeidung von Hindernissen ist zu beachten. Das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt, welches durch tiefe Fugen gekennzeichnet ist, erschwert das Queren für zu Fuß Gehende mit Rollstuhl und Rollator erheblich und mindert den Fahrkomfort mit dem Fahrrad.
Bei der Planung der Straßenraumaufteilung sind zudem die Vorgaben der E Klima 2022 zu beachten: „Beim Entwurf von Straßen wird in folgender Reihenfolge geplant: Fußverkehr, Radverkehr, ÖPNV, fließender MIV, ruhender MIV. Die Regelmaße für Fuß- und Radverkehrsanlagen sind Mindestwerte, die Anlagen sind möglichst breiter zu wählen.“
Je nach Zone und Straßentyp (z.B. Wohngebiete, Geschäftsstraßen, Industriegebiete) gelten unterschiedliche Anforderungen an die Gestaltung des Straßenraums. Diese müssen so umgesetzt werden, dass die jeweilige Verkehrsfunktion sowie geltende Regelungen (z.B. Tempo-30-Zonen) für alle Verkehrsteilnehmenden klar erkennbar und intuitiv verständlich sind.