Beschreibung
Die Einführung eines Mobilitätsbudgets für den Umweltverbund ermöglicht es der Stadtverwaltung, ihre Mobilitätskosten effizient zu verwalten und gleichzeitig umweltfreundliche Verkehrsoptionen zu fördern. Indem die Verwaltung ein jährliches Budget für Verbesserungen im Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV) erhält – z.B. für öffentliche Verkehrsmittel, Fahrradverleih oder Carsharing – können Maßnahmen mit dem größten Gesamt-Mehrwert für den Umweltverbund vorbereitet werden. Dabei greift das Konzept über rein infrastrukturelle Maßnahmen hinaus und zielt auf eine umfassendere Veränderung der Mobilitätskultur ab. Das bedeutet, dass neben der physischen Anpassung des Verkehrsraums auch weiche Faktoren wie Kommunikation, Partizipation und die Akzeptanz neuer Angebote eine zentrale Rolle spielen.
Die Förderung eines kulturellen Wandels hin zu nachhaltigerem Mobilitätsverhalten ist somit integraler Bestandteil der Maßnahme. Die Etablierung und Anwendung von Verkehrsversuchen, Pilotprojekten und Reallaboren sind in diesem Zusammenhang wichtige Instrumente zur praktischen Erprobung und Evaluierung neuer Mobilitätslösungen und Verkehrskonzepte. Durch temporäre Maßnahmen wie z.B. die zeitweise Umwandlung von Straßenabschnitten in Fußgängerzonen (z.B. Sommerstraßen) können neue Ideen auf ihre Machbarkeit und ihre Auswirkungen getestet werden. Pilotprojekte ermöglichen es, Erfahrungen zu sammeln, Daten zu erheben und die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu evaluieren, bevor sie in großem Maßstab dauerhaft umgesetzt werden. Reallabore bieten einen realitätsnahen Rahmen für die Entwicklung innovativer Lösungen, die langfristig zu einer nachhaltigeren Mobilitätsstruktur beitragen können.