Beschreibung
Seit 2016 läuft auf dem Gelände der Bayreuther Kläranlage die - damals deutschlandweit größte - solare Klärschlammtrocknung in fünf weiträumigen Glashaus-Straßen. Neben der Sonneneinstrahlung wird die Abwärme der benachbarten Biogasanlage zum Trocknen genutzt.
Um auch im Winterhalbjahr den Schlamm so effektiv zu trocknen, dass die vorhandene Fördereinrichtung und das Silo genutzt werden können, wurde eine innovative Idee umgesetzt: die Solare Trocknungsanlage erhielt eine Fußbodenheizung. Gestartet wurde 2024 mit der ersten der fünf Trocknungsstraßen. Nach guten Erfahrungen im Winter werden sukzessive weitere Teile der Anlage umgebaut.
Im Betrieb zeigt sich, dass mit der gleichen Wärmemenge nach Umbau aller Straßen übers Jahr eine etwa 13 % bessere Entwässerung der Klärschlammtrockenmasse erzielt wird und somit jährlich 680 Tonnen weniger Schlamm zur Entsorgung anfallen. Bei den aktuellen Entsorgungskosten spart dies 70.000 € pro Jahr - die Materialkosten für den Umbau der fünf Straßen amortisieren sich somit in rund 6,5 Jahren.
Eine Herausforderung beim Umbau der Trocknungsstraßen sind die aufwändigen Fräsarbeiten, die dem Einbau der Heizleitungen vorangehen. Hier wurde verschiedenes ausprobiert und getüftelt, so dass nach Winterdienstfahrzeugen inzwischen der Schlammwender selbst die Fräse führt.

