Beschreibung
Maßnahmenbeschreibung aus dem Klimaschutzkonzept von 2022:
Der Bereich der privaten Haushalte schlägt in der THG-Bilanz mit rund einem Drittel des Gesamt-Treibhausgasemissionen in Bayreuth zu Buche. Obwohl die Effizienz der Wohngebäude pro Fläche steigt, nehmen die Ausstöße weiter zu (in Bayreuth von 2010 bis 2019 +3%). Der Grund ist der so genannten „Rebound-Effect“: Das Mehr an Effizienz wird durch die konstante Steigerung der Wohnfläche pro Person aufgefressen. Zum einen wird das eigene Einfamilienhaus als Statussymbol gesehen und der Anspruch auf Bauland laut, zum anderen gibt es Senioren in faktisch zu großen Häusern nach Auszug der Kinder. Die Reduktion der Bedürfnisse auf den wirklichen Bedarf nennt man Suffizienz von lateinisch sufficere – ausreichen. Es gibt viele Konzepte für sozial-ökologisch verträgliches Wohnen, die das Thema Flächensuffizienz bespielen. Häufig entstehen dabei auch Vorteile für die Gemeinschaft im Quartier und Vermeidung von Vereinsamung. Bei allen Quartiersplanungen und –sanierungen sollten Aspekte der Suffizienz eine Rolle spielen.
Das forum1.5 beschäftigt sich mit der Frage, welche Formen des Wohnens Teil einer klimaneutralen und solidarischen Zukunft sind. Hier möchte auch das Klimaschutzmanagement ansetzen und (ggf. in Zusammenarbeit mit dem forum1.5) geeignete Formate entwickeln, wie das Thema Suffizienz im Bereich Wohnen mehr in den Fokus gerückt werden kann.
Mögliche Inhalte der Initiative:
- Förderung von Senioren-WGs; bei einer Beteiligung des Seniorenamtes als Wunsch geäußert. Hier wird freier Wohnraum zur Verfügung gestellt, gleichzeitig kann bei mobilen Sozialdienstleistungen, die mehrere Wohnpartner benötigen, an Wegen gespart werden.
- „Wohnen für Hilfe“ stärker bewerben (innovativer Ansatz zur Vermittlung generations- und kulturübergreifender Wohnpartnerschaften mit positiven Auswirkungen auf die die sozialen Bedürfnisse; gibt es schon länger in Bayreuth)
- Schaffung von Begegnungsräumen durch Sharing-Konzepte in Mehrparteienhäusern: sowohl Mobilitätssuffizienz durch Lastenfahrrad-Sharing als auch gemeinsame Work Spaces, Werkstatt oder Werkzeug können einen Mehrwert für die Gemeinschaft und die Ressourceneffizienz bringen
- Tiny House Quartiere oder Tiny Cafés als Begegnungsräume im Quartier