Beschreibung
Maßnahmenbeschreibung aus dem Klimaschutzkonzept von 2022:
Die Stadt Bayreuth verfolgt mit dem Projekt „Bayreuths lebendiger Süden“ die klimawirksame Verbindung des landschaftlich wertvollen Außenraums im Bayreuther Süden über Grünzüge mit der Innenstadt. Ein Grünzug führt über Studentenwald und Röhrensee in die Stadt, ein zweiter folgt ebenfalls vom Süden ausgehend dem Tappert- und Sendelbachtal. In ersterem werden zahlreiche Einrichtungen für Freizeit, Erholung und Naturschutz vernetzt. Im zweiten Grünzug besteht größerer Sanierungs- und Entwicklungsbedarf. Teilprojekte stehen unter dem Aspekt der stadtklimatischen Aufwertung (Kaltluftströme in die Innenstadt, Bewahrung von Wald- und Parkklimatopen) oder dienen der Sicherung von damit korrespondierenden Kaltluftentstehungsgebieten. Neben den Auswirkungen auf das Stadtklima verfolgen alle Projekte auch Ziele des Arten- und Biotopschutzes durch biodiversitätsfördernde Maßnahmen in direktem Anschluss an den Siedlungskernraum des Oberzentrums Bayreuth.
Einige Teilprojekte:
- Bürgerhain: Für etwa 100 Baumneupflanzungen wurden Baumpaten gefunden, um eine artenreiche Grünfläche mit Baumbestand auf einer ehemaligen Ackerfläche zu schaffen und die Kaltluftschneise als Begegnungsort aufzuwerten.
- Weiher im Studentenwald: Der Alte und Große Haasenweiher sowie der Schwarze Weiher wurden renaturiert, um tagsüber Verdunstungskühle zu produzieren und Feuchtbiotope als Lebensraum für bedrohte Arten zu schaffen.
- Tappertaue: Ein neuer Landschaftspark um den vormals unterirdisch geflossenen Tappert von etwa 2 Hektar Fläche entsteht im Umfeld des Bauprojektes "Joseph" auf dem ehemaligen Zapf-Gelände.
- Vernetzung & Infrastruktur: Das Projekt umfasst eine verbesserte barrierefreie Wegeverbindungen zwischen Röhrensee, Studentenwald und Ökologisch-Botanischem Garten (ÖBG)
Die Maßnahmen steigern die Biodiversität, dienen der Naherholung und wirken der städtischen Überhitzung entgegen.
Inzwischen wurden alle Teilprojekte umgesetzt oder sind fast fertiggestellt. 2025 waren die Einweihung der renaturierten Weiher (Januar) und des Bürgerhains (Mai) zwei Highlights. Die im Bürgerhain gepflanzten klimaresilienten Bäume sind mit verhältnismäßig weiten Abständen gepflanzt, um den Wuchs ausladender Kronen zu fördern und damit eine schattige, angenehme Parkatmosphäre zu schaffen ohne die Kaltluftschneise negativ zu beeinflussen.

Einweihung des Bürgerhains und Führung zu den Weihern im Studentenwald im Mai 2025. Fotos: Stadt Bayreuth
Die neu angelegten Weiher im Studentenwald basieren auf historisch belegten Gewässern. Sie werden durch Regenwasser gespeist. Die Verdunstungskühle der Weiher soll dem Stadtklima zu Gute kommen. Begleitende Messungen der Universität Bayreuth zeigen, dass die Spitzentemperaturen an heißen Tagen deutlich abgemildert werden. Nachts bleibt es hingegen rund um die Weiher etwas wärmer. Im Bürgerhain und an der Tappertaue hingegen ist der Kaltluftfluss in die Stadt deutlich messbar.
Ein großers Unterfangen ist die großflächige Entsiegelung eines ehemaligen Gewerbegebietes im Kreuzstein und die Gestaltung der Tappertaue. Der Bach verlief unterirdisch kanalisiert. Im Rahmen des Projektes wurden 30cm mächtiger Beton vom Boden entfernt, belastetes Material ausgehoben, und ein naturnahes oberirdisches Flussbett geschaffen, in dem der Bach über das Gelände zum Glasenweiher fließt. Entlang des Baches kann auch Kaltluft vom Sophienberg weiter in die Stadt strömen, wofür ein alter Lärmschutzwall teilweise abgetragen wurde. Das Stadtklima soll durch den Kaltlufteintrag im Sommer erträglicher werden. Die Bachfreilegung ist abgeschlossen und der Landschaftspark entsteht.

Frisch gestaltetes Bachbett des Tapperts Ende 2025. Foto: Stadt Bayreuth
Insgesamt 2,52 Millionen Euro aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung im Rahmen des Förderprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ sowie Mittel aus einer Erbschaft flossen in Bayreuths lebendigen Süden.

