Beschreibung
Maßnahmenbeschreibung aus dem Klimaschutzkonzept von 2022:
Die Straßenbeleuchtung ist einer der Hauptstromverbraucher in Kommunen. Die Umstellung auf effizientes LED-Licht ist somit wichtig für die Strombedarfsreduzierung der Stadt. Die derzeit verbaute Technik ist energetisch ineffizient (überwiegend noch Entladungslampen). Die negative Auswirkung auf Flora und Fauna (Lichtverschmutzung) ist ebenfalls zu berücksichtigen. Darüber hinaus kann intelligente bedarfsorientierte Steuerung der Beleuchtung den Stromverbrauch senken. Auch ein smarter sektorenübergreifender Ansatz (E-Mobilität, LoRaWan-Nutzung) kann verfolgt werden. Durch Fördergelder und die hohen Stromeinsparungen (>50%) ist die Amortisierungszeit kurz. Wegen Datenlücken muss die Umrüstung der Beleuchtung in zwei Stufen stattfinden, da zunächst eine komplette Aufnahme der im Bestand verbauten Technik für eine Förderantragstellung notwendig ist. Für etwa ein Drittel der etwa 9.600 Brennstellen konnte diese Aufnahme bereits im Rahmen der Potenzialstudie abgeschlossen werden.
Umstellung eines Drittels der konventionellen Straßenbeleuchtung auf LED von 2023-2025

Technische Leuchten an Nürnberger Straße (links), LED-Glockenleuchte am Kolpingplatz (Mitte) und Zylinderleuchte am Röhrensee (rechts).
Alle 2461 verbauten Leuchten haben eine warmweiße Färbung (Farbtemperatur maximal 3000 Kelvin) und eine ausschließliche Abstrahlung in den unteren Halbraum, so dass die Lichtverschmutzung minimiert wird und die nachtaktive Fauna nicht übermäßig strapaziert wird. Bei warmweißer Färbung kann das menschliche Auge trotzdem noch Farben unterscheiden, was dem Sicherheitsgefühl dient.
Im Zeitraum vom 07.07.2023 bis zum 23.01.2025 wurden die Leuchten in 15 Stadtteilen umgerüstet. Die verbauten neuen LED-Leuchten sind hocheffizient und mit einem Telemanagementsystem ausgestattet, mit dem eine automatische Nachtabsenkung des Lichtstromes für Zeiten geringer Frequentierung des Verkehrsraumes programmiert wurde. Zwischen 23 Uhr und 05 Uhr wird der Lichtstrom um 50% gedrosselt. Außerdem können Sensoren für Präsenzsteuerung bei Bedarf nachgerüstet werden.
Durch die Kombination von Effizienz und Lichtstromabsenkung wird rechnerisch nach einem Gutachten der Stadtwerke Bayreuth Energiehandel der Stromverbrauch um 82,3% gesenkt und es werden jährlich 709.041 Kilowattstunden Strom, entsprechend etwa 309 Tonnen Treibhausgase pro Jahr, eingespart. Diese Berechnung deckt sich weitestgehend mit den vorherigen Annahmen der Verwaltung. Da die tatsächliche Einsparung abhängig ist von den Betriebstunden der Leuchten, könnte diese geringfügig von den rechnerisch ermittelten Werten abweichen. Da die letzten Leuchten aber erst im Januar 2025 montiert wurden, liegt bisher kein vollständiges Jahr an Betriebsdaten für alle Leuchten vor.